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Rollenspiele
Rollenbeschreibung Hans Kaufmann
Hans Kaufmann (50) hat eine längere Phase des Misserfolgs durch die Arbeitslosigkeit hinter sich und ist jetzt gekräftigt durch seine neuen Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten und durch seine neue Liebe. Seine Ehe mit Sophie ist für ihn zweifelsfrei beendet. Er ist ausgezogen in eine kleine preiswerte Wohnung, nicht weit vom gemeinsamen Familienhaus, vor allem, um seinen Töchtern nahe zu sein. Er hat sich vorgenommen, »das Ganze« hier zügig (und dadurch hoffentlich billiger) durchzuziehen. Er hat seine Unterlagen deshalb immer gut sortiert dabei und übernimmt auch »Aufgaben«, wenn z.B. von Versicherungen oder Behörden Auskünfte einzuholen sind. Er weiß, dass seine Trennungsentscheidung für Sophie eine große Belastung ist, findet aber, dass er durch seine Bereitschaft, an der Mediation teilzunehmen, schon ein bisschen wieder gut macht. Der Zeitdruck entsteht auch, weil seine neue Freundin darauf dringt, »klar Schiff« zu machen, sodass möglichst nur noch wenige Begegnungen zwischen Hans und Sophie notwendig sind.
Hans hat noch etliche Möbel in dem früher gemeinsamen Haus stehen. Die wiederholte Aufforderung von Sophie, diese »endlich auszuräumen« trifft ihn unerwartet schwer. Er hat seine kleine Wohnung bislang eher wie ein Hotelzimmer empfunden, sie ist für ihn ein unpersönliches Provisorium. Er fühlt sich blockiert, mit der Entscheidung für bestimmte Möbel auch die gewohnte Ordnung des gemeinsamen Hauses in ihrer familiären Tradition aufzubrechen. Dieser innere Widerstand ist Hans nicht bewusst, faktisch hält er jedoch keinen der für den Möbeltransport verabredeten Termine ein.
Die Beziehung zu seinen Töchtern war immer gut. Er ist ein zärtlicher und engagierter Vater. Aber offensichtlich ist die nun anstehende neue Definition seiner Rolle unklar für ihn; auch fürchtet er, dass die Begegnungen mit den halbwüchsigen Töchtern keinen Ort mehr haben könnten, wenn das frühere gemeinsame Haus für ihn nicht mehr in Frage kommt und weil ihm das neu angemietete Zimmer ungeeignet scheint.
Neben den klar strukturierten Anteilen, mit denen Hans sein praktisches Leben gut meistert, zeigt er auch chaotisierte und ängstliche Züge, die mit der Trennung entstanden sind.
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