10 Jahre Master-Studiengang Mediation an der Europa-Universität Viadrina

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10 Jahre Master-Studiengang Mediation an der Europa-Universität Viadrina
Europa-Universität Viadrina Schriftenreihe

 

Der Master-Studiengang Mediation an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hat am 20./21. März 2015 sein zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskongress gefeiert.

 

Ausgehend von einer Rückschau auf die erfolgreiche Entwicklung des Studiengangs befassten sich die Teilnehmer, darunter viele Absolventen und Kooperationspartner des Studiengangs sowie Vertreter aus der Mediationswissenschaft und -Praxis, mit einer Standortbestimmung und mit Zukunftsperspektiven.

In seinem Impulsvortrag am Vorabend des Kongresses steckte Prof. Dr. Stephan Breidenbach den thematischen Rahmen ab: In einer persönlichen Rückschau betonte er insbesondere die Bedeutung des geschulten Blickes auf individuelle Interessen als »evolutionären Schritt« mit gesellschaftstransformatorischer Wirkung. Bei der weiteren Entwicklung der Mediation in Deutschland müsse die Mediation über die Fokussierung auf Konflikte hinausgehen und als Verfahren zur Begleitung komplexer Entscheidungsprozesse verstanden, gelehrt und praktiziert werden. Es sei an der Zeit, dass ausgebildete Mediatoren nicht »den Konflikt«, sondern »das Leben« als Lern- und Anwendungsfeld begriffen.

Auf dem Kongresstag wurde dann die Vielfältigkeit der Mediationslandschaft anhand konkreter Beispiele greifbar: Professor Dr. Ulla Gläßer, als Leiterin des Studiengangs, ließ eingangs in einer gemeinschaftlichen Präsentation verschiedene Etappen und Aspekte des Aufbaus dieser universitären Unternehmung Revue passieren und skizzierte neue, in den nächsten Jahren anstehende Entwicklungsschritte.

Prof. Dr. Alexander Redlich von der Universität Hamburg demonstrierte in einem ersten Festvortrag, was es im internationalen Streitbeilegungskontext bedeutet, die Identitätsebene von Konflikten in den Vordergrund der Betrachtung und Bearbeitung zu stellen; seine Ausführungen illustrierte er mit Beispielen aus seiner Arbeit in Moldau und Transnistrien.

Prof. Dr. Lin Adrian von der Universität Kopenhagen bot den Teilnehmern einen Überblick über die Entwicklung der Mediation in den skandinavischen Ländern sowie aktuelle Ergebnisse empirischer Mediationsforschung aus dieser Region.

In zahlreichen Arbeitsgruppen explorierten die Teilnehmer anschließend das Entwicklungspotential von Mediation und Konfliktmanagement in der Gesellschaft, innovative Methoden der Mediation und Möglichkeiten der Erschließung weiterer Arbeitsfelder interessenorientierter Verfahrensgestaltung über die Mediation hinaus. Am Abschluss des Tages stand eine Podiumsdiskussion zu Möglichkeiten und Grenzen von mediativem Vorgehen in der nationalen und internationalen Politik.

Sowohl das Programm als auch die Gespräche am Rande des Kongresses über die Tätigkeitsfelder der Absolventen machten deutlich: Mit ca. 350 Absolventen und zahlreichen lebendigen Forschungs- und Praxisprojekten sind aus dem Master-Studiengang Mediation und seiner Schwesterinstitution, dem Institut für Konfliktmanagement, an der Europa-Universität Viadrina selbst und weit über deren Grenzen hinaus vielfältige Initiativen hervorgegangen, die eine interessenorientierte Herangehensweise an Entscheidungen aktiv in verschiedenste Bereiche der Gesellschaft tragen.