12. Internationale Mediationstage (D A CH)

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12. Internationale Mediationstage (D A CH)
12. Internationale Mediationstage D A CH

Die Fördergemeinschaft Mediation D A CH (Deutschland, Austria, Schweiz) veranstaltete am 1. und 2. Februar 2013 unter Vorsitz unserer Autorin Anita von Hertel die 12. Internationalen Mediationstage in Hamburg.  Die mehr als 600 Teilnehmer erwartete ein abwechlungsreiches, praxisnahes Programm.

Der Festsaal des prächtigen Hamburger Logenhauses war voll besetzt, als der Festredner der Internationalen Mediationstage, Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, vom Schulz von Thun-Institut für Kommunikation, mit seinem Vortrag über die innere Mediation des Mediators begann. Die Ergebnisse seiner langjährigen universitären Forschungen zum sogenannten inneren Team verband er mit den professionellen Herausforderungen an die innere Haltung des Mediators. Seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verständlichen, klar visualisierte Modelle zu reduzieren ist legendär;  sein authentischer und liebenswürdiger Vortragsstil begeisterte auch an diesem Abend das aus Fachexperten und MediationsinteressentInnen bestehende Publikum.

Dr. Gerhard Schwarz, Universitätsdozent aus Wien und international erfahrener Mediator, referierte in seinem Keynote-Vortrag über Herkunft und Zukunft von Konfliktmanagement und Mediation. Für sein Markenzeichen, den humorvollen Interventionsmöglichkeiten eines Mediators, lieferte er den amüsierten Zuhörern anschauliche Kostproben.

Lebhaft, nachvollziehbar und in seiner Einfachheit bestechend erzählte Dr. Thomas Lapp, ein versierter IT-Spezialist und Fachmediator, aus zwei Praxisfällen. Der Schwerpunkt seiner Falldarstellung lag im Bereich der Phase »Interessenklärung«, der in einem technischen Kontext besondere Bedeutung zukommt.

Es folgten die Ausführungen des Ehrenmitgliedes des D A CH e. V., Dr. Gisela Mähler, vorgestellt als jugendliches Urgestein der Mediation in Deutschland. Sie präsentierte zwei besondere Fallkonstellationen aus ihrem großen Repertoire: Ihren kürzesten und ihren längsten Mediationsfall.

Dr. Herbert Drexler, der Vorsitzende des größten österreichischen Verbandes für Mediatoren (ÖBM), widmete sich dem Fachthema »Politische Interessen und EU-Erweiterung«. Die Herausforderungen einer gerichtsnahen Mediation zwischen einem österreichischen Transportunternehmen und einem internationalen Investor schilderte er in einem anschaulichen Praxisfall.

Die Psychologin Sabine Petsch aus Wien stellte ihre Erfahrungen als teilnehmende Mediatorin an einem der europaweit größten Mediationsverfahren vor, dem Flughafenbau Wien-Schwechat. Mehr als 55 Delegierte verschiedener Verfahrensbeteiligter und Interessensvertreter nahmen als Medianden an diesem Verfahren teil.

Dr. Markus Troja, Mediator und Herausgeber des Fachmagazins Konfliktdynamik konnte von einem Mediationsverfahren berichten, das aus dem Fachbereich des öffentlichen Baurechts stammt: dem Knickei von Halstenbek, der eingestürzten Kuppel einer Sporthalle.

Die diesjährigen Preisträger des D A CH-Mediationspreises berichteten in ihren Fachvorträgen ausführlich über ihre Forschungsergebnisse und praktischen Mediationsanwendungen. Für den Preisträger des EhrenWinWinno, PricewaterhouseCoopers, referierte Dr. Michael Hammes über eine Projektstudie, die gemeinsam mit der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), vertreten durch Dr. Christian Hochmuth, über mehrere Jahre hinweg erstellt wurde. Die auf fünf Studien angelegte Serie zum Konfliktmanagement in deutschen Unternehmen basiert auf Fragestellungen, Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Arbeit des Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft.

Die Vorteile und Ergebnisse implementierter Mediationsverfahren an der Primarschule Biel-Benken, die dafür den JugendWinWinno Preis erhielt, stellte Schuldirektor Denis Marcel Bitterli vor.

Der Wolfgang Metzner Verlag freut sich schon jetzt, auch im kommenden Jahr bei den Internationalen Mediationsführungskräftetagen am 21. und 22. Februar 2014 für Sie vor Ort zu sein.