3. Konferenz der Gesellschaft für Systemdesign - Interview GRUNDIG AKADEMIE

Veranstaltung Bericht
3. Konferenz der Gesellschaft für Systemdesign - Interview GRUNDIG AKADEMIE

Industrie 4.0 und Mediation 4.0 in Nürnberg

von Jürgen Heim

3. Konferenz der Gesellschaft für Systemdesign - GRUNDIG AKADEMIE

Es war eine Veranstaltung von besonderer inhaltlicher Qualität und professioneller Organisation – darin waren sich die mehr als 100 Fachteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einig:

Die 3. Konferenz der Gesellschaft für Systemdesign unter dem Leitthema »Technologische Transformation, zukunftsfähige Organisationen und Konfliktmanagement«– durchgeführt von der GRUNDIG AKADEMIE am 18. April 2015 in Nürnberg.

 

Renommierte Experten aus Wissenschaft und Industrie referierten ihre neuesten Forschungsergebnisse, vertieften ihre Praxisbeispiele in unterschiedlichen Workshops und stellten sich den Fragen eines engagierten Fachpublikums:

  • Was macht Unternehmen und Organisationen in einem turbulenten Umfeld widerstands- und zukunftsfähig?
  • Welche zusätzlichen und neuen Herausforderungen kommen auf das betriebliche und organisationale Konfliktmanagement zu?
  • Wo liegt die Zukunft von Beratung in einer veränderten Organisationslandschaft?

 

GRUNDIG AKADEMIE - 3. Konferenz der Gesellschaft für Systemdesign

 

Zu den Highlights dieses Kongresses zählten die Keynotevorträge von Univ. Prof. Dr. Rudolf Wimmer, Gründer und Partner der osb international AG, Vizepräsident und Professor für Führung & Organisation der Universität Witten/Herdecke und von Dipl.-Ing. Johann Hofmann, Leiter Value Facturing® der Maschinenfabrik Reinhausen, einem Praktiker der Fertigungsindustrie.

Zum Referentenkreis zählten auch unsere Autoren Dr. Wilfried Kerntke, inmedio Frankfurt (Workshop: »Zum Umgang mit Ratlosigkeit und Führungsdilemmata im Zeitalter permanenten Wandels: Dilemma-Dialoge als Sinnzentrum von Systemdesign«) und Kurt Faller - MEDIUS GmbH (Workshop: »Achtsames Management - Führen in Zeiten hoher Unsicherheit und hoher Komplexität«).

 

Mediation aktuell sprach mit der zuständigen Organisatorin, Martina Faust,
Leiterin der Produktentwicklung an der GRUNDIG AKADEMIE.

Frau Martina Faust, Leiterin der Produktentwicklung an der GRUNDIG AKADEMIE.

 

Frau Faust, wen wollten Sie mit dieser Konferenz ansprechen? Wer waren Ihre Teilnehmer?

Martina Faust: Mit dem Leitthema »Technologische Transformation, zukunftsfähige Organisationen und Konfliktmanagement« konnten wir einen großen Interessentenkreis unterschiedlicher Professionen ansprechen: Zum einen Wirtschaftsmediatoren, Führungskräfte, Organisations- und Personalentwickler sowie Juristen; zum anderen interne und externe Berater aus dem Umfeld Organisationsentwicklung, Change Management und Coaching - aber auch Consultants mit technischem oder IT-Hintergrund.

 

Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Referenten ausgewählt?

Martina Faust: Das Konferenzthema greift die Frage auf, wie technologische Innovationen, ökonomische Unwägbarkeiten und soziale Verschiebungen das Bild unserer Gesellschaft prägen. Damit verbunden sind gesellschaftliche Transformationen. Diese Synthese wollten wir im Einstieg beschreiben und den daraus resultierenden Fragestellungen in den unterschiedlichen Workshops nachgehen. Nach diesen Kriterien erfolgte die Referentenauswahl. So sollten die Key Notes unterschiedliche Aspekte des Leitthemas aus der Perspektive von Unternehmen und Organisationen beleuchten und die Leiter der Workshops einzelne Schwerpunkte dieser Themenfelder vertiefen.

Mit dem Vortrag vonn Dipl.-Ing. Johann Hofmann »Auf dem Weg zur digitalen Fabrik – technologische, personale und organisationale Erkenntnisse« ist ein excellenter Einstieg aus der Technologieperspektive gelungen. Er thematisierte die technologischen Veränderungen unter dem Leitbegriff »Industrie 4.0« und die daraus resultierenden personalen und organisationalen Konsequenzen.

Prof. Dr. Rudolf Wimmer näherte sich mit seinem Vortrag »Auf dem Weg in die nächste Gesellschaft. Change Management im Dienste der Zukunftsfähigkeit von Organisation« dem Leitthema der Konferenz aus der Perspektive gesellschaftlicher Veränderungen und Konsequenzen für die Gestaltung von Organisation, Führung und Management.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich zur Zeit viele Kunden der GRUNDIG AKADEMIE und setzen sich mit den Herausforderungen auf den unterschiedlichsten Ebenen in- und extern auseinander. Wertvoll waren die einzelnen Beiträge in den Workshops: durch sie konnten sich die Teilnehmer ein Bild von dieser Entwicklung machen und aus Praktikersicht diskutieren, welche Anforderungen und Konsequenzen sich für die eigene Profession ableiten lassen.

Dr. Ulrich Hagel, Syndikusanwalt und Senior Expert Dispute Resolution bei Bombardier Transportation und Dr. Christian Hochmuth, Geschäftsführender Koordinator am Institut für Konfliktmanagement an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) bearbeiteten Themen zu Konfliktprävention und Konfliktmanagement.

Kurt Faller, Lehrmediator BMWA®, Coach, Organisationsberater, Systemdesigner und Geschäftsführender Gesellschafter der MEDIUS GmbH, ging es in seinem Workshop um den Zusammenhang von Achtsamem Management, Mediation und der Verbindung von Mediation und Organisationsentwicklung.

Dr. Wilfried Kerntke, Mediator und Berater für Organisations- und Unternehmensentwicklung von inmedio frankfurt stellte den Umgang mit Ratlosigkeit und Führungsdilemmata im Zeitalter permanenten Wandels in den Mittelpunkt seines Workshops.

Organisationale Resilienz und Konfliktkultur waren die Themen von Dipl. Psych. Heinrich Fiebiger, Trainer und Mediator an der GRUNDIG AKADEMIE.

Die geschäftsführenden Gesellschafter der Beratergruppe SOKRATeam Dr. Karl Kreuser (Workshop zu »Konfliktmanagement als strategischem Führungsthema und kollektive Kompetenzen« ) und Thomas Robrecht (Workshop » Mediation der Mitarbeiter – oder Coaching des Chefs? Wie erkenne ich die passende Intervention?«) rundeten diese Praxisseminare erfolgreich ab.

 

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus Ihrer Sicht für die zukünftige Arbeit der Wirtschaftsmediatorinen und Wirtschaftsmediatoren?

Martina Faust: Als generelles Merkmal des gegenwärtigen Wandels wurde die zunehmende Komplexität herausgearbeitet. Betrachtet man die Bedingungen, unter denen sich dieser Wandel vollzieht, wie Globalisierung, Digitalisierung, ökologische Gefährdungen etc., komme ich zu dem Schluss, dass sich Wirtschaftsmediatoren zusätzliche Fachkompetenzen aneignen müssen. Wir stellen heute eine starke Veränderung im Fokus dieser Dienstleistungen fest. Die Wirtschaftsmediation in Organisationen verändert sich von einem primär personenorientierten hin zu einem organisationsorientierten Verfahren.

Wirtschaftsmediatoren benötigen heute Handlungssouveränität in allen Konfliktbereichen und sollen Einzel-, Gruppen und Teamkonflikte bearbeiten. Sie müssen in der Lage sein, in Unternehmen und Organisationen mit Konflikten präventiv und vorbeugend umzugehen, eine schlüssige Eskalationslogik für den konkreten Fall aufzubauen und die entsprechenden Rahmenbedingungen in Form eines Konfliktmanagments zu entwickeln. Das erfordert Kompetenzen in Organisationsentwicklung, Management und Führung von Organisationen. Dem folgen beispielsweise unsere Ausbildungsangebote im Bereich Wirtschaftsmediation, aber auch die Möglichkeiten zum Erwerb weitere Zusatzqualifikationen wie Organisationsentwicklung,  Coaching und Systemisches Konfliktmanagement und Systemdesign.


Was ist Ihr Resümee? Welche Themen werden Sie in der GRUNDIG AKADEMIE weiter verfolgen?

Martina Faust: Wir werden weiter den Fragen nachgehen, wie wir Wirtschaftsmediatoren und Berater, Führungskräfte und Mitarbeiter dazu befähigen können, Unternehmen und Organisationen in einem turbulenten und zunehmend komplexeren Umfeld widerstands- und zukunftsfähig zu machen. Hierzu bieten sich die Fachthemen in den Bereichen Leadership, Change Management, Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, Resilienz, etc. an.

In unseren offenen Lehrgängen und Inhouse-Projekten werden wir die gewonnenen Erkenntnisse sowohl in die Ausbildung von Wirtschaftsmediatoren, Organisationsberatern, Business-Coaches einbringen, als auch in die Entwicklungsprogramme für Führungskräfte. Wir bringen in den Kompetenzfeldern Technik, Technologie und IT neue Sichtweisen ein und setzen Fachthemen wie Automatisierung, IT-Security, Telekommunikation u. ä. um. Relevant wird dies auch für die Gebiete Projekt- und Prozessmanagement.

Als Resümee können wir festhalten: die Konferenz hat neue Perspektiven für viele Themenbereiche geöffnet, die wir nun schrittweise in unsere Arbeit und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden einbringen und umsetzen.

Frau Faust wir danken für dieses Gespräch.

(Das Interview führte Jürgen G. Heim, Wirtschaftsmediator, Leitung Mediation aktuell-Redaktion.)

 

Weitere Informationen zu den Weiterbildungsangeboten der Grundig-Akademie erhalten Sie hier

 

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