9. Kongress Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Rückschau
9. Kongress Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Am 29. März 2019 im Steigenberger Hotel Am Kanzleramt - Berlin

9. Kongress der DGA-Bau und des MKBauImm

Die Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft (DGA-Bau) will durch eine Förderung der Wissenschaft und Praxis sowie durch Aus- und Weiterbildung die außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft verfahrensoffen populärer machen. Deshalb veranstaltet die DGA-Bau wissenschaftliche Kongresse, Weiterbildungslehrgänge zum Streitlöser DGA-Bau Zert®, Seminare und fördert wissenschaftliche Untersuchungen sowie einschlägige Veröffentlichungen. Mitglieder der DGA-Bau sind Juristen mit dem Schwerpunkt Bau- und Architektenrecht, Bausachverständige, Bauplaner und Bauunternehmen sowie öffentliche und gewerbliche Auftraggeber.

Der Verein Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft (MKBauImm) unterstützt die Bau- und Immobilienwirtschaft bei der Vermeidung, Bearbeitung und Lösung aller dort zu erwartenden Konflikte. Als Methode erster Wahl sieht er die Mediation, die in besonderem Maße geeignet ist, Konflikte effizient, zügig, interessenorientiert und zukunftsgerichtet zu lösen. Seit nunmehr 11 Jahren versteht sich der Verein als Partner für die Konfliktprävention bereits bei der Vertragsgestaltung, die projektbegleitende Konfliktlösung und die situative Verständigung der Parteien auf eine Mediation oder eine andere Form des Konfliktmanagements.

Die Mitglieder des MKBauImm sind Förderer der Mediation und Mediatoren für die Bau- und Immobilienwirtschaft, die sich durch ihre Branchenkenntnis, ihr rechtliches und technisches Verständnis der Abläufe und Konfliktursachen sowie ihre Mediationskompetenz aufgrund einer abgeschlossenen Mediationsausbildung von min. 120 Stunden auszeichnen.

Der 9. Kongress der DGA-Bau und des MKBauImm am 29. März in Berlin trug dazu bei, dass Streitigkeiten in der Bau- und Immobilienwirtschaft durch Präventionsmaßnahmen nach Möglichkeit vermieden, beim Auftreten durch Wahl eines geeigneten ADR-Verfahrens und kompetenter Streitlöser rasch beigelegt, die Anzahl der Gerichtsverfahren deutlich reduziert werden und die Initiativen der DGA-Bau und des MKBauImm nachhaltige Verbreitung und Anziehungskraft gewinnen.

An welche Zielgruppen richtete sich dieser 9. Kongress?

Der Kongress richtete sich an Führungskräfte und Vertreter der Bau- und Immobilienwirtschaft, öffentliche und gewerbliche Auftraggeber, Investoren, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen, Sachverständige und Juristen, die sich über die Möglichkeiten und auch die Grenzen der außergerichtlichen Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft informieren und ggf. auch deren Einführung fördern wollen.

Inhalt der Kongressbeiträge

Es ist ein lohnendes Ziel, sich in einer Agenda 2025 für eine Konfliktvermeidung und Konfliktbeilegung durch ADR-Verfahren in Bau- und Immobiliensachen von 40 % anstatt bisher 2 % aller Streitigkeiten einzusetzen. Diesem Ziel diente auch der 9. Kongress, der wiederum gemeinsam von der DGA-Bau und dem MKBauImm ausgerichtet wurde. Im Startvortrag konnte Prof. Dr. Ursula Münch erläutern, ob und inwieweit aus der Konfliktbearbeitung in der parlamentarischen Demokratie wechselseitige Erkenntnisse für Konflikte, auch in Bau- und Immobiliensachen, gewonnen werden können. Markus Lentzler berichtete über die Motivation und erste Erfahrungen mit einem Modell integrierter Projektabwicklung in Verbindung mit einer Mehrparteienvereinbarung. Univ.-Prof. Dr. Matthias Sundermeier legte auf der Basis bisheriger wissenschaftlicher Untersuchungen dar, ob und inwieweit die Faustformel zutreffend ist, dass Gerichtsverfahren etwa doppelt so teuer sind und fünfmal länger dauern als ADR-Verfahren.

Angesichts der Tatsache, dass gemäß Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 knapp 60.000 Amtsgerichtsverfahren in Bausachen (ohne 236.484 Mietsachen) mit einem durchschnittlichen Streitwert von 1.858 € erledigt wurden, konnte Dipl.-Ing. Michael Peine die Frage beantworten, ob und inwieweit auch bei geringen Streitwerten die Effizienzvorteile von ADR-Verfahren genutzt werden können. Dipl.-Volksw. Andrea Jost und RAin Martina Lauenroth berichteten über erfolgreiche Mediationen, auch bei der öffentlichen Hand. Dr. Frank W. Ziegler begründete auf der Basis seiner langjährigen Praxis im internationalen Anlagenbau, warum er außergerichtliche Streitbeilegungen in Vergleichsverhandlungen vorschlägt und wie seine Erfahrungen damit sind. Im Abschlussvortrag zeigte Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp Möglichkeiten auf, Konfliktvermeidung durch agile Vertragsgestaltung auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu erreichen.

Förderpreise 2019

Auch in diesem Jahr lobten die DGA-Bau Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft und der Verein MKBauImm Mediation und Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft wieder gemeinsam Förderpreise aus. Es wurde sowohl herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Außergerichtliche Streitbeilegung und zum Konfliktmanagement im Bauwesen als auch Praxisfälle guter Kooperation prämiert. Die Preise konnten im Rahmen des 9. Kongresses Konfliktmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft am 29.03.2019 in Berlin verliehen werden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie rücklickend hier:

Programmrückblick vom 29. März 2019 in Berlin u

https://www.konfliktmanagement.online/app/download/5809405736/Kongress2019_FINAL.pdf

https://www.konfliktmanagement.online/

 9. Kongress der DGA-Bau und des MKBauImm

9. Kongress der DGA-Bau und des MKBauImm


 

 

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