Agrarmediation in Bayern

Agrarmediation in Bayern

Innovative Serviceangebote des Bayerischen Bauernverbandes

Im Interview mit Mediation aktuell.

Bayrischer BauernVerband

Der Bayerische Bauernverband (BBV) setzt seit vielen Jahren Mediationsverfahren zur Bearbeitung und Lösung von Konflikten im landwirtschaftlichen Bereich erfolgreich ein. Flächendeckend in ganz Bayern beschäftigt der BBV ausgebildete Mediatoren und Mediatorinnen, die durch ihre Praxisnähe über viel Erfahrung beim Vermitteln in Streitfragen verfügen. Mitglieder des BBV können diese Unterstützung und Hilfe in den zahlreichen Geschäftsstellen aller sieben Regierungsbezirke in Anspruch nehmen.

Durch die Berichterstattung über diese Serviceangebote in seinen auflagenstarken Mitgliederpublikationen versucht der BBV den Bekanntheitsgrad der Agrarmediation zu steigern.

Status und Funktion der Berufsorganisation

Als regionaler Landesbauernverband im Deutschen Bauernverband vertritt der BBV, eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts mit Sitz in München, die Interessen seiner rund 154.000 Mitglieder in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft, von denen mehr als 100.000 als Landwirtinnen und Landwirte aktiv tätig sind. Der BBV vertritt als Einheitsorganisation und Vertreter der bayerischen Land- und Forstwirtschaft die Belange seiner Mitglieder als aktive Landwirte, Forstwirte und Grundeigentümer sowie die Interessen des ländlichen Raumes insgesamt. Für die umfangreichen Service- und Dienstleistungsangebote – angefangen von der Hilfestellung beim Ausfüllen von Dokumenten über die individuelle Unterstützung in rechtlichen und sozialen Fragen bis hin zur Aus- und Weiterbildung – stehen dem BBV und seinen verbundenen Unternehmen mehr als 2.400 hauptamtliche und 14.000 ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung.

Nachgefragt

Mediation aktuell im Gespräch mit Herrn Josef Wiedemann, Direktor und Fachbereichsleiter Agrardienste beim Bayerischen Bauernverband, München.


Herr Wiedemann, seit wann und in welchem Umfang bieten Sie Mediation im Bayerischen Bauernverband an?
Der Bayerische Bauernverband bietet nun seit knapp elf Jahren Mediation für seine Mitglieder an. Dies geschieht mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern, die eine Ausbildung als Mediator absolvieren konnten, um im Interesse der Mitglieder die speziellen Konfliktthemen in der Landwirtschaft und deren Umfeld zu behandeln.

Verfügt der BBV über einen eigenen Mediatorenpool oder kooperieren Sie mit externen Mediatorinnen und Mediatoren?
Wir haben verbandsintern mehr als zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ausgebildet und bieten diese Leistung mit derzeit sieben Mediatoren als feste Serviceleistung für unsere Mitglieder an. Im Einzelfall werden auch externe MediatorInnen in eine Mediation eingebunden.

Für welche Konflikte konnte dieses konsensuale Verfahren im Bereich der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden?
Die klassische Konfliktarbeit erfolgte bisher konstant im Kontext der Generationenfolge und Familienarbeit in den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, vereinzelt auch bei Streitthemen mit Kommunen, beziehungsweise mit Interessengruppen oder Behörden.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Mediationsangebot des Bayerischen Bauerverbandes?
Nach unserer Einschätzung ist die Mediation ein wertvolles Verfahren, mit dem im Einzelfall Probleme gut gelöst und Konflikte beendet werden können. In der Praxis ist das Verfahren allerdings noch nicht so bekannt. Deswegen ist die Zahl von Verfahren derzeit noch nicht sehr hoch.
In den Konfliktfällen, in denen ein Mediationsverfahren durchgeführt wurde, verzeichnen wir generell eine positive Resonanz. Entweder weil es zu einer gemeinsamen Lösung kam oder sich die Medianden endgültig für eine streitige Klärung entschieden und die Mediation vorab die Beteiligten in der Streitsache auf geklärte Positionen stellten.

Sind aktuell bestimmte Schwerpunktthemen in der Diskussion, die sich für eine erweiterte Anwendung von konsensualen Beratungs- oder Moderationstätigkeiten des BBV eignen ?

In letzter Zeit konnten wir eine verstärkte Nachfrage für Verfahren mit öffentlicher Beteiligung feststellen, deren Umsetzung in die Praxis allerdings noch nicht abgeschlossen ist.

Herr Wiedemann, wir danken für dieses Gespräch.
(Redaktion und Interview Jürgen G. Heim, Wirtschaftsmediator, Berlin)

 

 

Gesprächspartner

Josef Wiedemann
Direktor
Fachbereichsleiter Agrardienste
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Kontakt:
Bayerischer Bauernverband
Generalsekretariat
Max-Joseph-Straße 9
80333 München

 

www.BayerischerBauernVerband.de

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