Bundesweit einmalig: Mediationskostenhilfe in Berlin

Familienmediation
Bundesweit einmalig: Mediationskostenhilfe in Berlin

Justizsenator Thomas Heilmann präsentiert Pilotprojekt

Senator für Justiz und Verbraucherschutz Thomas Heilmann (Berlin)

Wie lassen sich Familienstreitigkeiten in Berlin ohne Gerichtsurteil klären? Mit einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt startet Berlin als erstes Bundesland ein Pilotprojekt zur Mediationskostenhilfe.

Mediation kann einen teuren und nervenaufreibenden Rosenkrieg bei der Trennung von Paaren vermeiden helfen, betonte der Berliner Senator für Justiz und Verbraucherschutz Thomas Heilmann (CDU) heute gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Es sei besser, gerade zum Wohle betroffener Kinder einvernehmliche Lösungen auf Gesprächsebene mit professioneller Unterstützung zu finden.

Familien mit wenig Einkommen sind hier auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Für den Start dieses deutschlandweit einmaligen Projekts steht 2016 ein Gesamtbetrag von 100.000 € bereit. Die Fortsetzung der Berliner Mediationskostenhilfe ist nach Auskunft des Senators auch für 2017 gesichert: Dieselbe Summe ist für das Folgejahr bereits eingeplant.

Derzeit landen bei den Berliner Familiengerichten im Jahr rund 9000 Verfahren, in denen es allein um das Sorge- oder Umgangsrecht geht. Ein Großteil der Streitparteien erhält hier Prozesskostenhilfe.

Schwelende Grundkonflikte oder emotionale Verwerfungen bei den Eltern ließen sich kaum durch Gerichtsentscheide klären, so der Senator. Oft gebe es nach einem Urteil neue Konflikte und Verfahren. Eine professionelle Mediation biete hingegen die Chance, die Situation auf lange Sicht zu beruhigen. Zunächst schlage das Gericht dem Paar vor, die strittigen Fragen in einer Mediation zu lösen, so Heilmann. Wenn Bereitschaft signalisiert werde, übernehme eine Arbeitsgemeinschaft aus erfahrenen Mediatoren, Anwälten und Psychologen als Projektträger die Gespräche. Pro Fall seien etwa zehn Gespräche geplant.

 

 J. G. Heim