Finanzierungshilfen und Stipendien für Fort- und Weiterbildung 2020

Weiterbildung und die Kosten
Finanzierungshilfen und Stipendien für Fort- und Weiterbildung 2020

Übersicht 2020 über aktuelle  Förder- und Finanzierungsprogramme von Bund und Ländern

von Jürgen G. Heim

Weiterbildung und die Kosten

Fort- und Weiterbildungen sind in den Zeiten der digitalen Herausforderungen entscheidend für Ihre Perspektiven und Aufstiegschancen, für Ihr Potential und Ihre Expertise und damit für Ihre Zukunft.

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen zählt mittlerweile zu den Kernanforderungen der gesamten Arbeitswelt. Die Finanzierungsfrage spielt bei der Entscheidung für eine Fort- oder Weiterbildung eine maßgebliche Rolle, denn die Kosten für Lehrgangsangebote und Abschlüsse können stark variieren.

Zur verstärkten Erschließung dieser wichtigen Ressource »Bildung« beteiligen sich Bund und Länder auch 2020 wieder mit zahlreichen Programmen an den Kosten für berufliche Fort- und Weiterbildungen.

Ein Hinweis vorab:

Die Begriffe Fortbildung und Weiterbildung werden oft synonym verwendet, bezeichnen genau genommen jedoch zwei verschiedene Lern- und Qualifzierungsarten:

  • Eine Fortbildung dient dazu, sich im bestehenden Beruf weiter zu qualifizieren. Sie dient daher meist dem beruflichen Aufstieg oder der Vorbereitung neuer Aufgaben.
  • Bei einer Weiterbildung geht es jedoch darum, sich neue Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen anzueignen. Sie dient daher dazu, das eigene Qualifikationsprofil auszubauen und das (fachliche) Fundament auszubauen.

 

Einen aktuellen Überblick 2020 über Prämiengutscheine, Weiterbildungssparen, Stipendien und Bildungsschecks von Bund und Ländern erhalten Sie hier:

 

1. Prämiengutschein

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Erwerbstätige, die sich ihre Chancen im Beruf durch Weiterbildung verbessern möchten – vor allem diejenigen, die aufgrund ihres Einkommens bislang die Kosten einer Weiterbildung nicht ohne weiteres tragen konnten. Mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds konnten durch die Bildungsprämie mittlerweile fast eine Viertel Million Weiterbildungen gefördert werden.

Einen Prämiengutschein erhalten 2020 alle Weiterbildungsinteressierte, die erwerbstätig sind und deren zu versteuerndes Jahreseinkommen 20.000 beziehungsweise 40.000 Euro nicht übersteigt. Auch Mütter und Väter in Elternzeit oder Personen in Pflegezeit können einen Prämiengutschein bekommen. Der Bund fördert Erwerbstätige, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind durch die Übernahme von 50 Prozent der Veranstaltungsgebühr für Maßnahmen, die 1.000 Euro (in bestimmten Bundesländern) und mehr kosten.

Interessierte müssen sich vorab in einer der bundesweit verteilten 530 Beratungsstellen über die individuellen Voraussetzungen zum Prämiengutschein beraten lassen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.


Hinweis: Die Förderkonditionen der Bildungsprämie wurden vereinfacht:

Hier finden Sie alle neuen Regelungen im Überblick.

Eine Checkliste hilft Ihnen zur Vorbereitung und

in diesem Video erhalten Sie wichtige Erstinformationen:


Video Prämiengutschein 2018


2. Weiterbildungssparen

 

Mit dem »Weiterbildungssparen« wird im Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) eine Entnahme aus dem angesparten Guthaben erlaubt, um Weiterbildung zu finanzieren – auch wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Arbeitnehmersparzulage geht dabei nicht verloren. Damit können an Weiterbildung Interessierte aufwändigere und oftmals langfristigere Weiterbildungen leichter finanzieren. Mit den Beraterinnen und Beratern kann überlegt werden, welche Weiterbildung den Fähigkeiten und beruflichen Wünschen am ehesten entspricht und wer einen Spargutschein erhält. Mit dem Finanzdienstleister (Bausparkasse, Bank oder Versicherung) werden die finanziellen Details besprochen.

Beide Komponenten können miteinander kombiniert werden, das heißt Erwerbstätige können, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen, einen Prämiengutschein erhalten und die verbleibenden Kosten beispielsweise über das Weiterbildungssparen (Spargutschein) finanzieren.

Weiterführende Informationen für Ihren Spargutschein 2020 finden sie hier.

Spargutschein 2018

 

3. Aufstiegsstipendium

 

Die Aufstiegsstipendien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) richten sich an Frauen und Männer in Deutschland, die in Ausbildung und Beruf hoch motiviert und besonders talentiert sind. Die Stipendien geben einen zusätzlichen Anreiz zur Aufnahme eines Studiums und eine attraktive Perspektive für deren Berufsweg. Sie unterstützen ihre weitere Qualifizierung und fördern Aufstieg durch Bildung. Die Aufstiegsstipendien ergänzen die bestehende Begabtenförderung in der beruflichen Bildung und im Hochschulbereich. Außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft in Schule, Studium und Beruf werden damit gleichermaßen anerkannt und gefördert.

Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Stipendium monatlich 750 Euro. Zusätzlich wird eine Betreuungspauschale für Kinder gewährt. Die Förderung erfolgt einkommensunabhängig und für die gesamte Dauer des Studiums. Studierende in einem berufsbegleitenden Studiengang erhalten jährlich 2.000 Euro.

Alle weiterführenden Informationen zum Aufstiegsstipendium 2020 finden Sie hier.

In diesem Video erhalten Sie weitere Informationen.


4. Weiterbildungsstipendium

 

Dieses Weiterbildungsstipendium ermöglicht Absolventinnen und Absolventen beruflicher Ausbildungen drei Jahre lang die Finanzierung fachlicher oder fachübergreifender Weiterbildungsmaßnahmen. Damit fördert das BMBF junge Fachkräfte dabei, sich in ihrem Beruf durch Weiterbildung zu qualifizieren und neue berufliche Möglichkeiten bis hin zur Selbständigkeit zu entdecken.

Das Weiterbildungsstipendien werden seit seinem Start im Jahre 1991 jährlich etwa 6000mal vergeben. Für jeden Stipendiaten stehen Fördermittel von bis zu 2.000 Euro pro Jahr zur Verfügung - bei einer Selbstbeteiligung in Höhe von 10 Prozent je Maßnahme.

Das Weiterbildungsstipendium basiert auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft: Das BMBF hat die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (sbb) mit der bundesweiten Durchführung beauftragt. Gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, dem Bundesverband der Freien Berufe tragen knapp 300 für die Berufsausbildung zuständigen Stellen und Kammern zum erfolgreichen Gelingen des Stipendiums bei.

Alle weiterführenden Informationen zum Weiterbildungsstipendium 2020 finden Sie hier.

In diesem Video erhalten Sie weitere Informationen.


5. Deutschlandstipendium

 

Das Deutschlandstipendium fördert begabte und leistungsstarke Studierende aller Fächer an den staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland. Neben überzeugenden Noten sollen bei der Vergabe des Deutschlandstipendiums auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt werden – etwa die erfolgreiche Überwindung von Hürden in der eigenen Bildungsbiografie.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden mit je 300 Euro im Monat unterstützt. 150 Euro zahlen private Förderer, 150 Euro steuert der Bund bei. Der private Anteil der Stipendienmittel wird von den Hochschulen eingeworben. Viele gesellschaftliche Kräfte, besonders Unternehmen und Stiftungen, aber auch Privatpersonen, wie zum Beispiel Alumni, übernehmen damit eine besondere Verantwortung für die Förderung von Talenten und Nachwuchskräften. Die Hochschulen stärken mit dem Stipendienprogramm ihre Attraktivität und vernetzen sich mit ihrem lokalen und regionalen Umfeld. Förderer und Hochschulen bieten außerdem über die finanzielle Förderung hinaus den Stipendiatinnen und Stipendiaten ideelle Fördermaßnahmen wie zum Beispiel Mentorenprogramme an. Für das Auswahlverfahren und die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten sind die Hochschulen zuständig.

Alle weiterführenden Informationen zum Deutschlandstipendium 2020 finden Sie hier und auf der

Hompage des Bundesministerium für Bildung und Forschung


Deutschlandstipendium


Ergänzende Informationen erhalten Sie in diesem Video:

Video Deutschlandstipendium

 

6. Förderprogramm WeGebAU 2020

 

Das Akronym WeGebAUsteht für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen und das war ursprünglich die einzige Zielgruppe.

Dabei handelt es sich um ein Programm der Bundesagentur für Arbeit, das seit dem Jahre 2006 Subventionen für Arbeitnehmer zur Verfügung stellt. Zum 1. Januar 2019 wurde es im sogenannten Qualifizierungschancengesetz (QCG) festgehalten und um diverse anspruchsberechtigte Gruppen erweitert.

Das ist der Erkenntnis geschuldet, dass nicht nur ältere Arbeitnehmer, sondern auch jüngere Arbeitnehmer dringend kontinuierliche Weiterbildungen benötigen, um mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Die WeGebAU-Initiative wird somit durch das QCG ergänzt.

Auf der einen Seite stehen Arbeitnehmer, die immer später in Rente gehen, was dem demographischen Wandel geschuldet ist. Auf der anderen Seite sind Unternehmen, denen – ebenfalls aus demographischen Gründen – jüngere, qualifizierte Arbeitnehmer fehlen. Gleichzeitig erfordern technische Innovationen und die Digitalisierung die kontinuierliche Weiterbildung.

Ziel der WeGebAU sowie des Qualifizierungschancengesetzes ist, die individuelle Beschäftigungsfähigkeit im strukturellen Wandel zu erhalten.

Zielgruppe dieses Programms sind geringqualifizierte Beschäftigte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen. Die Förderung soll dabei deren Anschubfinanzierung für die Weiterbildung darstellen. Gefördert werden können Personen, die von ihren Arbeitgebern für die Dauer einer Qualifizierung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freigestellt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dem Arbeitgeber ein Arbeitsentgeltzuschuss gewährt werden.
Der Arbeitnehmerin/ dem Arbeitnehmer können die notwendigen Lehrgangskosten ganz oder teilweise erstattet werden. Darüber hinaus kann ein Zuschuss zu den zusätzlich entstehenden übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrkosten) gewährt werden.

Die WeGebAU ist eine Förderung des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) für Arbeitnehmer, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Berücksichtigt werden anteilig auch Arbeitnehmer in Teilzeitarbeit.

Neu ist seit dem QCG, dass die Betriebsgröße keine Rolle mehr spielt. Zwar greifen unterschiedliche Gesetze, aber prinzipiell können auch nun auch Mitarbeiter in größeren Betrieben gefördert werden und solche, die jünger als 45 Jahre alt sind:

Entscheidend dafür, dass jemand in den Genuss möglicher Weiterbildungsmaßnahmen kommt, sind folgende Kriterien:

  • Unabhängig von der Unternehmensgröße ist eine Förderung nach § 81 Abs. 2 SGB III möglich, wenn der Arbeitnehmer gering qualifiziert ist.
  • Der Arbeitnehmer ist in einem kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) beschäftigt. Das heißt, es sind nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt. Hier wird nach § 82 SGB III gefördert, wenn die Maßnahme mindestens vier Wochen oder 160 Unterrichtsstunden dauert.
  • Auch in Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern ist eine Förderung nach § 82 Abs. 2 SGB III möglich, hier werden die kompletten Lehrgangskosten übernommen.
  • Der Arbeitnehmer gilt als gering qualifiziert. Nach § 81 Absatz 2 SGB III sind das solche, die weder eine Ausbildung noch ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Oder:
  • Der Arbeitnehmer hat zwar eine abgeschlossene Ausbildung, arbeitet aber seit mindestens vier Jahren als Hilfsarbeiter in einer Hilfstätigkeit.
  • Nach § 82 SGB III ist eine Förderung durch WeGebAU bei Arbeitnehmern möglich, die mindestens 45 Jahre alt sind.
  • Nach § 131a SGB III ist eine Förderung durch WeGebAU auch bei jüngeren Arbeitnehmern möglich. Allerdings nur, wenn der Arbeitnehmer die Hälfte der Lehrgangskosten übernimmt.
  • Die Maßnahme findet während der betriebsüblichen Arbeitszeiten statt und erfolgt außerhalb des Unternehmens.


Wie sieht die WeGebAU-Förderung aus? Durch die WeGebAU wird gefördert, indem die Weiterbildungs-kosten komplett oder anteilig übernommen werden oder es einen Arbeitgeberzuschuss gibt. Die Beschäftigten müssen für die Dauer der Weiterbildung vom Arbeitgeber bei Fortzahlung des Gehalts freigestellt werden.

Den Zuschuss zum Arbeitsentgelt und eine Pauschale zu den Sozialversicherungsbeiträgen enthält der Arbeitgeber, da ihm durch die Fördermaßnahme seines Mitarbeiters Arbeitsleistungen entgehen. Wie hoch die Förderung ausfällt, wird individuell festgelegt und ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Was wird gefördert?

  • Ausbildungen

    Wird eine Umschulung gemacht, das heißt eine neue Ausbildung – als Blockunterricht oder in Modulen – kann je nach Einzelfall zwischen 50 und 100 Prozent Arbeitsentgeltzuschuss gezahlt werden. Die Dauer muss mindestens zwei Jahre betragen und zu einem staatlich anerkannten Abschluss führen. Ebenfalls fallen hierunter Vorbereitungslehrgänge auf Externen- und Nichtschülerprüfungen und berufsanschlussfähige Teilqualifizierungen. Diese dauern meist zwischen zwei und sechs Monate. Die Lehrgangskosten werden komplett übernommen.

  • Weiterbildungen

    Voraussetzung für eine Förderung ist eine Dauer der Maßnahme von mindestens vier Wochen oder 160 Unterrichtsstunden, in der berufliche Kenntnisse angepasst oder erweitert werden. Auch hier ist eine Übernahme der Kosten zwischen 50 und 100 Prozent möglich, der Einzelfall entscheidet.

Entscheidend für eine Förderung nach WeGebAU ist ein bestimmtes Qualitätsniveau: Akzeptiert werden nur Bildungsträger und Maßnahmen, wenn eine AZAV-Zertifizierung vorliegt. Es handelt sich dabei um die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung – andere Zulassungen oder Zertifizierungen werden von der Bundesagentur für Arbeit nicht anerkannt.

Je nach Voraussetzungen werden nicht nur die Lehrgangskosten übernommen, sondern:

  • Fahrtkosten

    Sowohl wenn der Arbeitnehmer zur Bildungsstätte täglich pendeln muss oder für die Familienheimfahrt gibt es finanzielle Unterstützung.

  • Unterkunft

    Ist die Bildungsstätte weiter entfernt, werden auch Unterkunft und Verpflegung übernommen.

  • Kinderbetreuung

    Zusätzlich können Arbeitnehmer Kosten für die Kinderbetreuung (so bei Kindern unter 15 Jahren) erhalten.

Maßnahmen, die vor dem Maßnahme vor dem 31. Dezember 2020 beginnen, mindestens zwei Jahre dauern und nach dem Abschluss zu einem Ausbildungsberuf führen, werden außerdem wie folgt prämiert:

  • 1.000 Euro nach Bestehen der Zwischenprüfung
  • 1.500 Euro nach Bestehen der Abschlussprüfung


Da die Bundesagentur für Arbeit die sehr individuell und auf den Einzelfall zugeschnitten mit WeGebAU fördert, steht eine realistische Bedarfsanalyse am Anfang: Welche Qualifizierungsbedarfe bestehen im Betrieb? Mit welchen Weiterbildungen können Mitarbeiter gefördert werden?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten sich gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit über notwendige Schritte abstimmen.

Alle weiterführenden Informationen und Voraussetzungen für das Förderprogramm WeGebAU erhalten sie hier.

 

7. Bildungsgutscheine 2020 der Bundesagentur für Arbeit

 

Der Bildungsgutschein ist eine schriftliche Zusage der Bundesagentur für Arbeit, dass die Teilnahme an der Weiterbildung gefördert wird. Nicht nur die Kosten für die Weiterbildung, sondern auch Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie Kosten für die Betreuung von Kindern können unter bestimmten Bedingungen übernommen werden. Auf diese Förderung der beruflichen Weiterbildung besteht kein Rechtsanspruch. Es handelt sich vielmehr um eine so genannte Kann-Leistung, deren Gewährung im Ermessen der Behörde liegt.

Der Bildungsgutschein ist an bestimmte Bedingungen gekoppelt: Die Weiterbildung kann nicht gefördert werden, wenn der/die Teilnehmer/-in eine Stelle hat und lediglich ein neues Berufsfeld kennen lernen möchte. Sie muss vielmehr notwendig sein, um einen arbeitslosen Teilnehmer wieder beruflich einzugliedern oder um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. In der Regel muss entweder eine Berufsausbildung abgeschlossen oder drei Jahre eine berufliche Tätigkeit ausgeübt worden sein. Eine weitere Voraussetzung ist, dass sich Teilnehmer vor Beginn der Teilnahme von der zuständigen Agentur für Arbeit am Wohnort beraten lassen. Und: Die Maßnahme und der Träger der Maßnahme müssen für die Förderung zugelassen sein.

Der Bildungsgutschein ist nur drei Monate gültig. Das bedeutet, innerhalb von drei Monaten, muß man sich für ein Lehrangebot bei einem Bildungsträger, der für die Förderung zugelassen ist, entscheiden. Bei der Suche hilft die Agentur für Arbeit, die auch detaillierte Beratungsangebote bietet.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

 

8. Finanzierungsprogramme der Länder in 2020

 

In den meisten Bundesländern gibt es neben der Finanzierung von Weiterbildungsmassnahmen gesetzliche Regelungen zu Bildungsurlaub oder Bildungsfreistellung. Sie ermöglichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sich für eine bestimmte Zeit von ihrer Berufstätigkeit freistellen zu lassen, um an Weiterbildung teilzunehmen. In der nachfolgenden Übersicht werden einige Beispiele der Länderprogramme dargestellt.

Alle weiterführenden Informationen zu den Bildungsurlaubsangeboten in Deutschland 2020 erhalten Sie hier.

 

9. Gesamtübersicht 2020

 

Die folgende Übersicht enthält neben den Angeboten des Bundes auch Beispiele für bestehende Förderungsmöglichkeiten aller Bundesländer für eine Weiterbildung. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderleistungen; die Gewährung erfolgt nur nach persönlicher Beratung. Die Angaben sind den online veröffentlichten Informationen des Bundes und der jeweiligen Bundesländer entnommen (Stand 01/2020).


LeistungsstelleFörderungAntragsberechtigteUmfang / Höhe

Bundesagentur für Arbeit

Finanzierungsprogramm
(WeGebAU) 2020

Beschäftigte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen

Lehrgangskosten sowie Zuschüsse zu den übrigen Weiterbildungskosten (z.B. Fahrtkosten)

Bundesagentur für Arbeit

Bildungsgutschein 2020

Überprüfung der individuellen Voraussetzungen zum Abbau von Qualifikationsdefiziten erfolgt durch eine eingehende Beratung der Agentur für Arbeit

Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für die auswärtige Unterbringung und Verpflegung sowie für die Betreuung von Kindern

Bundesagentur für Arbeit

Bildungsprämie 2020

Erwerbstätige (mind. 15 Std./Woche & Jahreseinkommen bis 20.000 € bzw. 40.000 € bei gemeinsamer Veranlagung) oder Arbeitnehmer, Selbstständige mit aufstockende Leistung nach SGB II

50 % der Kurskosten und Prüfungsgebühren
(max. 500 €)

Baden-Württemberg

Förderprogramme für Fachkurse BW 2020

Beschäftigte aus kl. und mittl. Unternehmen, Unternehmer, Freiberufler, Wiedereinsteiger, Ausbilder

30 % Zuschuss zur Teilnahmegebühr u. a.

Bayern

Förderprogramme beruflicher Weiterbildung in Bayern 2020

Erwerbstätige aus kl. und mittl. Unternehmen

Neue Fördermöglichkeiten in Bayern ab 2020:

u. a. 30 % Zuschuss zur Teilnahmegebühr u. a.

Berlin

Bildungsurlaub 2020 Berlin

Neues Suchportal 2020

Berliner Arbeitnehmer/innen und Auszubildende

Bezahlter Bildungsurlaub (max. 10 Arbeitstage innerhalb 2 aufeinander folgender Jahre)  u. a.

Brandenburg

Neues Suchportal 2020

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Brandenburg

50 % Zuschuss zur Kursgebühr (Erstattung nach Kursende) u. a.

Bremen

Bremer Weiterbildungsscheck 2020

Bremer Arbeitnehmer, Selbstständige, Arbeitssuchende mit max. 25.600 € Jahreseinkommen

50 % der Kurskosten
(max. 500 €)

Hamburg

Bildungsurlaub 2020

Hamburger Arbeitnehmer/innen und Auszubildende

Bezahlter Bildungsurlaub (max. 10 Arbeitstage innerhalb 2 aufeinander folgender Jahre)

Hessen

Qualifizierungsscheck Hessen 2020

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Hessen aus kl. und mittl. Unternehmen (ohne berufl. Abschluss oder älter als 45 Jahre oder Teilzeit bis zu 30 Std./Wo)

50 % der Kurskosten
(max. 500 €)

Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsurlaub 2020

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern

Bezahlter Bildungsurlaub (max. 5 Arbeitstage innerhalb 2 aufeinander folgender Jahre)

Niedersachsen

Förderung beruflicher Weiterbildung 2020

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Niedersachsen aus kl. und mittl. Unternehmen mit Sitz/ Betriebsstätte in Niedersachsen

Max. 50 % der Kurskosten und Prüfungsgebühren
(Neu: Förderungsmittel für Unternehmen)

Nordrhein-Westfalen

Bildungsscheck 2020

Beschäftigte mit Wohnsitz in NRW und kl. und mittl. Unternehmen in NRW mit max. 250 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

Neue Konditionen ab 01.03.2019:

u. a. 50 % der Kurskosten und Prüfungsgebühren
(max. 500 €)

Rheinland-Pfalz

Bildungsgutscheine (QualiScheck) 2020

Arbeitnehmer/innen, Kleinunternehmer, Freiberufler, Angestellte öff. Dienst mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz

50 % der Kurskosten und Prüfungsgebühren
(max. 500 €, Erstattung nach Kursende)

Saarland

Bildungsurlaub 2020

Im Saarland Beschäftigte, Beamte, Richter/innen und Auszubildende

Bildungsurlaub (jährl. max. 6 Arbeitstage) mit Lohnfortzahlung für höchstens 3 Arbeitstage

Sachsen

Bildungsscheck Sachsen 2020

In Sachsen Beschäftigte (Teil-/Vollzeit, Leiharbeiter und über 50 Jahre) oder Arbeitssuchende

Max. 50 % der Kurskosten bei mtl. Einkommen bis zu 4.150 € oder bis max. 80 % bei mtl. Einkommen bis zu 2.500 € oder arbeitssuchend

Sachsen-Anhalt

Weiterbildungsscheck und Bildungsurlaub 2020

In Sachsen-Anhalt Beschäftigte, Auszubildende

Bis 80% der Kosten
Bezahlter Bildungsurlaub (max. 5 Arbeitstage innerhalb 2 aufeinander folgender Jahre)

Schleswig-Holstein

Förderung beruflicher Weiterbildung - Weiterbildungsbonus 2020

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Schleswig-Holstein aus kl. und mittl. Unternehmen mit Sitz/Betriebsstätte in Schleswig-Holstein

100 % der Kurskosten, falls Unternehmen freistellt; sonst 50 % (Kurs mind. 16 Std. und max. 400 Std. und Kursträger in Schleswig-Holstein) bis max. 2.000 €)

Thüringen

Förderportal Thüringen 2020

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Hauptwohnsitz in Thüringen mit Jahreseinkommen zw. 20.000 und 40.000 € (bei Ehepaaren zwischen 40.000 und 80.000 €)

50 % der Kurskosten
(max. 1.000 €) oder 70 % bei Personen ab dem 45. Lebensjahr und Personen nach Eltern-/Pflegezeitzeit oder mit Nachqualifizierung


© J. G. Heim, Chefredaktion Mediation aktuell - Stand: 01/2020