Hamburger Flüchtlingsprojekt »Mediationsbrücke« auf Erfolgskurs

Interkulturelle Mediation
Hamburger Flüchtlingsprojekt »Mediationsbrücke« auf Erfolgskurs

Zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle beim Hamburger Institut für Mediation e.V.

Mediationsbrücke Hamburg

Mit 95.000 Euro aus dem Integrationsfonds wird das Hamburger Flüchtlingsprojekt »Mediationsbrücke« zur Konfliktlösung und Konfliktprävention in und rund um die Hamburger Flüchtlingsunterkünfte unterstützt. Speziell geschulte Mediatorinnen und Mediatoren sollen Konflikte möglichst frühzeitig lösen und die Nachbarschaften vor Ort stärken. Dazu wurde 2016 eine Zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle beim Hamburger Institut für Mediation e.V. geschaffen. Von hier aus wird professionelle Hilfe an Organisationen und Initiativen in der Stadt vermittelt.

Mit dem von der Bürgerschaft auf Initiative von SPD und Grünen beschlossenen Hamburger Integrationsfond soll die haupt- und ehrenamtliche Integrationsarbeit gezielt verstärkt und weiter ausgebaut werden. Die Mittel sollen für Maßnahmen und Zuweisungen zur Förderung von Integration Geflüchteter zur Verfügung stehen.

Dazu Kazim Abaci, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: »Mediation und Streitschlichtung sind professionelle und bewährte Methoden, um konstruktiv mit Konfliktsituationen umzugehen. Im Dreiecksverhältnis von Flüchtlingen, Hauptamtlichen und freiwillig Engagierten sowie den Nachbarschaften kann es aus den unterschiedlichsten Gründen zu Konflikten kommen. Im Rahmend des Projekts ‚Mediationsbrücke‘ des Hamburger Instituts für Mediation e.V. wurde hier bereits gute Arbeit geleistet. Es ist deshalb ein wichtiger Beitrag für gelingende Integration, dass diese Arbeit nun durch die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle aus Mitteln des Hamburger Integrationsfonds unterstützt werden kann.«

Christiane Blömeke, stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion, ergänzt: »Wenn im direkten Wohnumfeld andauernde Konflikte entstehen, bedeutet das Stress für alle Beteiligten – egal wo. Die Situation von Geflüchteten in Wohnunterkünften ist selbstverständlich besonders herausfordernd. Allein durch die Wartesituation oder die fehlende Privatsphäre ergeben sich schon eigene Konfliktpotenziale. Auch die Haupt- und Ehrenamtlichen erleben in ihrer Arbeit nicht selten überfordernde Situationen in Erst- und Folgeaufnahmen: sei es bei Konflikten zwischen Geflüchteten, mit dem Sicherheitsdienst oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Die ‚Mediationsbrücke‘ ist ein Projekt, das neben der Mediation in Konfliktfällen auch die Moderation von Diskussionsrunden sowie Supervision anbietet. Zunehmend wird die Mediationsbrücke auch bei ehrenamtlichen Initiativen, Sportvereinen oder Stadtteil- oder Quartiersbeiräten bekannt. So kann die Integration der Geflüchteten in die Nachbarschaften gezielt unterstützt werden.«

(JH Quelle: u. a. Landespressedienst)





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