Hofkonflikt – ein interdisziplinäres Netzwerk

Erfolgreiches Netzwerken für Mediation in Österreich
Hofkonflikt – ein interdisziplinäres Netzwerk

Neues Filmprojekt: Ein Mediationsfall aus der Praxis 

Mediation aktuell: Ein Bericht über das Netzwerk Hofkonflikt

 In Österreich gewinnt Mediation als effizientes Verfahren zur Konfliktlösung auch für die Landwirtschaft immer größere Bedeutung.

Um auf den großen Bedarf an Mediation mit einem Angebot auf breiterer Basis zu reagieren und eine effizientere Öffentlichkeitsarbeit zu initiieren, gründeten engagierte Mediatorinnen und Mediatoren 2006 ein interdisziplinär besetztes Netzwerk »Hofkonflikt« in Oberösterreich.

Spezialisiert auf Konflikte im landwirtschaftlichen Bereich werden dort Mediationen im Familien-, Arbeits- und Wirtschaftsbereich angeboten. Der Erfolg des Netzwerks kann sich sehen lassen: In Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Oberösterreich gelang es in der Zeit von 2010 bis 2013 finanzielle Förderungen für Mediationsverfahren anzubieten. Über die Landwirtschaftskammer wurde ein gut funktionierendes »Empfehlungsmanagement« mit zahlreichen Multiplikatoren - insbesondere durch die Beraterinnen und Berater der Bezirksbauernkammern sowie die Rechtsberaterinnen und rRechtsberater der Landwirtschaftskammern - aufgebaut.

Wie wird gearbeitet? Anfragen an das Netzwerk werden immer innerhalb des MediatorInnenpools (Co-Mediation) verteilt. Jedes Mitglied bringt sein eigenes Netzwerk mit ein, manche kooperieren mit Notarinnen und Notaren – zum Beispiel bei Übergabekonflikten - oder mit Familienberatern und Familienberaterinnen. Im Fokus der Mediationen stehen Generationenkonflikte in Familien- und Nebenerwerbsbetrieben, stretige Themen bei Hofübergaben, Erbschaftskonflikte, Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Spannungen im Rahmen betrieblicher Kooperationen.

Mediationsverfahren kommen auch auf Grund einer Veränderung im Familiensystem zustande – zum Beispiel nach einem Arbeitsunfall oder Todesfall - oder im betrieblichen System, wenn Pachtverträge oder Förderungsmittel auslaufen oder Investitionen auf Grund von rechtlichen Veränderungen veranlasst sind. Mediation wird schwerpunktmäßig auch bei innerfamiliären Konflikten rund um eine Trennung oder Scheidung eingesetzt. Hinzu kommt die Mediationsarbeit beispielsweise bei Konflikten in Zusammenhang mit Nutzungsänderungen und Projekten im ländlichen Raum wie Umwidmungen, Infrastrukturmassnahmenoder Anforderungen des Hochwasserschutzes. Der Aufgabenkatalog ist vielfältig.

Dauer, Eskalationsgrad und Komplexität der Mediationsverfahren sind nach Auskunft der Mediatoinnen und Mediatoren des Netzwerks »Hofkonflikt« nach wie vor wie vor sehr unterschiedlich; die Zufriedenheit ist ingesamt sehr hoch. Die genannten Förderungsangebote und die Möglichkeit, in der Zeitung der Landwirtschaftskammer eigene Artikel über die Arbeit des Netzwerks zu veröffentlichen, hat sehr zur Verbreitung dieser Mediationsangebote beigetragen.

Auf ihrer Website stellt das Netzwerk verschiedene Fallbeispiele zur Verfügung und beschreibt die Tätigkeit in einem neu gestalteten Kurzfilm.

Mediation aktuell: Hofkonflikt – ein interdisziplinäres Netzwerk

Mediation aktuell: Hofkonflikt – ein interdisziplinäres Netzwerk

 

Nähere Informationen über das Netzwerk Hofkonflikt erhalten Sie hier.

 

 J. G. Heim 

 

Literaturempfehlung 
Friedman, Himmelstein: Konflikte fordern uns heraus
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Mediation als Brücke zur Verständigung
mit je einem Vorwort von Lis Ripke und Gisela und Hans-Georg Mähler

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Broschiert, 346 Seiten, im September 2013 erschienen
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