Interview mit Christoph C. Paul

Interviewreihe »Beruf MediatorIn – der Weg in die Selbstständigkeit«
Interview mit Christoph C. Paul
Mediator, Notar, RA Christoph C. Paul

Mediation ist dabei, sich auch in Deutschland als Methode der Konfliktbearbeitung zu etablieren. In vielen Bereichen besteht ein großer Bedarf. Das macht den Weg in die Selbstständigkeit attraktiv, auch wenn die Nachfrage noch gering ist. Die Zahl der Mediatorinnen und Mediatoren in Deutschland steigt beständig.

In unserer Reihe »Beruf Mediator – der Weg in die Selbstständigkeit« interviewen wir Mediatorinnen und Mediatoren, die den Weg in die Selbstständigkeit gewagt haben. 

 

Mediation aktuell: Was hat Sie zu Ihrer Mediationsausbildung bewogen?

Christoph C. Paul: Nach gut zehn Jahren Tätigkeit als Anwalt und Notar war ich auf der Suche nach Handwerkszeug zur Konfliktbeilegung. Als ich dann von der Mediationsausbildung las, wusste ich: Genau das ist es!

Mediation aktuell: Wann und wo haben Sie Ihre Mediationsausbildung absolviert?

Christoph C. PaulMeine Ausbildung begann 1994, und zwar am Berliner Institut für Mediation. In den folgenden Jahren habe ich an verschiedenen Fortbildungen teilgenommen, sowohl in Deutschland (z.B. bei der Centrale für Mediation) als auch bei aus ausländischen Trainern.

Mediation aktuell: Haben Sie sich auf ein Thema spezialisiert?

Christoph C. PaulBegonnen habe ich mit  Mediation bei Trennung und Scheidung – und ich bin dafür sehr dankbar, da ich von der Pike auf gelernt habe, mit hoher Konfliktdynamik umzugehen. Mit den Jahren sind hinzugekommen die Mediation bei Erb- und Gesellschafterkonflikten und der Bereich der grenzüberschreitenden Familienmediation.

Mediation aktuell: Hatten Sie von Anfang an eine Selbstständigkeit als Mediator/in geplant?

Christoph C. PaulDie Ergänzung meiner selbständigen Tätigkeit als Anwalt und Notar um den Bereich der Mediation lag auf der Hand.

Mediation aktuell: Was glauben Sie, haben Sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit richtig gut gemacht? Gibt es etwas, was Sie nicht noch einmal machen würden?

Christoph C. PaulIch habe die Mediation von Anfang an mit großer Leidenschaft betrieben und dies auch kommuniziert. 

Mediation aktuell: Wie kommen Sie an Fälle? (Datenbanken? Persönl. Empfehlungen? Berufl. Kontext?) Was ist aus Ihrer Sicht das erfolgreichste Vorgehen in der Akquise?

Christoph C. Paul: Die meisten meiner Mediationen basieren auf persönlichen Empfehlungen. Diese kommen von Kolleginnen und Kollegen aus der Anwalts- Notariats- und Mediationsszene. Außerdem habe ich mich berufspolitisch als Mediator engagiert und über meine praktischen Erfahrungen als Mediator in Fachzeitschriften veröffentlicht. Verbunden mit einem guten Internetauftritt hilft all dies bei der Akquise.

Mediation aktuell: Gibt es etwas, das Sie Mediatoren, die über eine Selbstständigkeit nachdenken, mit auf den Weg geben möchten?

Christoph C. Paul: Ich empfehle ein berufspolitisches Engagement in einem der Mediationsverbände – das wirkt identitätsstiftend und erweitert den Horizont. Die Zugehörigkeit zu einem regionalen Netzwerk bringt Empfehlungen. Außerdem möchte ich die Kolleginnen und Kollegen ermutigen, sich als Mediator/in zu »outen«, auf Briefpapier, Praxis- oder Kanzleischild sowie auf der eigenen Webseite auf Mediation hinzuweisen.    

Mediation aktuell: Haben Sie ein persönliches Motto oder Lieblingszitat, das Sie begleitet?

Christoph C. Paul: »Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.« Max Frisch

 

Christoph C. Paul

Quellberufe: Rechtsanwalt und Notar

www.paul-partner.eu

paul@paul-partner.eu

Olivaer Platz 15, 10707 Berlin

 

 

 

 

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