Interview mit Dr. Reiner Ponschab

Interviewreihe »Beruf MediatorIn – der Weg in die Selbstständigkeit«
Interview mit Dr. Reiner Ponschab
Mediator Dr. Reiner Ponschab

Mediation ist dabei, sich auch in Deutschland als Methode der Konfliktbearbeitung zu etablieren. In vielen Bereichen besteht ein großer Bedarf. Das macht den Weg in die Selbstständigkeit attraktiv, auch wenn die Nachfrage noch gering ist. Die Zahl der Mediatorinnen und Mediatoren in Deutschland steigt beständig.

In unserer Reihe »Beruf Mediator – der Weg in die Selbstständigkeit« interviewen wir Mediatorinnen und Mediatoren, die den Weg in die Selbstständigkeit gewagt haben. 

 

  

 

 

 

Mediation aktuell: Was hat Sie zu Ihrer Mediationsausbildung bewogen?

Dr. Reiner Ponschab: Ein Studienaufenthalt an der Harvard Law School 1998 weckte mein Interesse an dem in Deutschland in der Wirtschaft noch unbekannten Instrument.

Mediation aktuell: Wann und wo haben Sie Ihre Mediationsausbildung absolviert?

Dr. Reiner Ponschab: 1998 gab es in Deutschland noch keine Ausbildung für Wirtschaftsmediatoren. Ich habe sie dann selbst organisiert. Ich musste die Inhalte zusammen suchen, mir die notwendigen Kenntnisse aneignen, vor allem in den USA. Die wesentlichen Kenntnisse und das notwendige Können erhielt ich durch zahlreiche Mediationen, die ich mit einem amerikanischen Mediator durchführen konnte.

Mediation aktuell: Haben Sie sich auf ein Thema spezialisiert?

Dr. Reiner Ponschab: Ja. Mediation in und zwischen Unternehmen, die Verteilung von Vermögenswerten, Unternehmensnachfolge, Coaching von Führungskräften.

Mediation aktuell: Hatten Sie von Anfang an eine Selbstständigkeit als Mediator/in geplant?

Dr. Reiner Ponschab: Ich war schon selbständiger Rechtsanwalt, als ich begann, die Wirtschaftsmediation in Deutschland bekannt zu machen.

Mediation aktuell: Wie kommen Sie an Fälle? (Datenbanken? Persönl. Empfehlungen? Berufl. Kontext?) Was ist aus Ihrer Sicht das erfolgreichste Vorgehen in der Akquise?

Dr. Reiner Ponschab: Ich erhalte meine Fälle ausschließlich aus persönlichen Empfehlungen. Datenbanken, die ohne Bewertung die Daten hunderter Mediatoren sammeln, sind nach meiner Erfahrung für die Medianden nicht sehr nützlich – oder würden Sie sich Ihren Internisten für eine besondere Krankheit aus dem Telefonbuch suchen? Die erfolgreichste Akquise ist es nach meiner Erfahrung, sich im beruflichen Umfeld durch diverse Maßnahmen bekannt zu machen, das ist allerdings schweißtreibend.

Mediation aktuell: Gibt es etwas, das Sie Mediatoren, die über eine Selbstständigkeit nachdenken, mit auf den Weg geben möchten?

Dr. Reiner Ponschab: Es gibt in Deutschland nur ganz wenige Mediatoren, die von den Einkünften aus Mediation angemessen leben können. Meine Empfehlung ist es, auf jeden Fall über eine 2. Einkunftsquelle zu verfügen. Wenn man ständig über Geld nachdenkt, schmälert das die Qualität der Arbeit und gibt dem Geld einen unangemessenen Stellenwert.

Mediation aktuell: Haben Sie ein persönliches Motto oder Lieblingszitat, das Sie begleitet?

Dr. Reiner Ponschab: Ja! »Sich Sorgen zu machen, ist wie im Schaukelstuhl zu sitzen. Es beschäftigt einen, bringt einen aber nirgendwo hin.« (Glenn Turner)

 

Dr. Reiner Ponschab

Quellberuf: Rechtsanwalt

http://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Ponschab

info@cmd-ponschab.de

Postadresse Briennerstrasse 9 80333 München c/ o HEUSSEN

 

 

 

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