Kolloquium Regensburg 2012

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Kolloquium Regensburg 2012
Kolloquium Regensburg 2012

Am 29.11.2012 fand das Kolloquium »Forum für Forschung und Wissenschaft zu Mediation und außergerichtlicher Konfliktlösung« in Regensburg statt, das gemeinsam von der Juristischen Fakultät Regensburg und dem Wolfgang Metzner Verlag veranstaltet wurde.

Prof. Dr. Dethloff (Universität Bonn)

Prof. Dr. Dethloff stellte ihr aktuelles Forschungsvorhaben Die europäische Ehe – Konsensuale und alternative Konfliktlösungen für transnationale Partnerschaften vor. In der anschließenden Diskussion von besonderem Interesse waren Frau Dethloffs Überlegungen zur Einführung einer europäischen Ehe. Diese Frage wird auch bereits auf EU-Ebene diskutiert.

Prof. Dr. Hess (Max Planck Institute for International, European and Regulatory Procedural Law, Luxemburg)

Prof. Dr. Hess referierte über »europäische Perspektiven der Mediation in Zivilsachen«. Besonderer Hervorhebung gebühren insbesondere seinen Ausführungen zum Richtlinienentwurf zur ADR (Alternatice Dispute Resolution) sowie zur ODR (Online Dispute Resolution). In der Diskussion gab es eine bemerkenswerte Abgrenzung zwischen Mediation und Recht, in der auch die Errungenschaften der Justiz in Deutschland betont wurden.

Prof. Dr. Kals (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Prof. Dr. Kals (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) beleuchtete in ihrem empirisch geprägten Vortrag die »erlebte Gerechtigkeit in Konflikten und in der Mediation« aus psychologischer Sicht. Unter dem Stichwort »Mediation im Schatten des Rechts« wurde mit den Teilnehmern diskutiert, ob es Spielräume gibt, vom Recht abzuweichen, ob innerhalb eines rechtlichen Rahmens dispositives Recht ausgeblendet oder als Maßstab genommen wird und ob es in einem öffentlich übertragenen Mediationsverfahren möglich ist, Konflikte zu lösen.

Prof. Dr. Ennuschat (FernUni Hagen)

Prof. Dr. Ennuschat widmete sich dem Thema »Mediation in der Schule« und zeigte die unterschiedliche Handhabe und Herangehensweise an das Thema Mediation in den Ländervorschriften der einzelnen Bundesländer auf. In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere thematisiert, ab welchem Alter ein Kind sinnnvollerweise als Mediator agieren kann und ob sich die Verwendung der Begrifflichkeiten »Mediation« bzw. »Mediator« im Zusammenhang mit Schülern überhaupt anbietet.

Prof. Dr. Kerner (Universität Tübingen)

Prof. Dr. Kerner (Universität Tübingen) referierte »zur Stellung des Täter-Opfer-Ausgleichs in Deutschland im übergreifenden Feld von Mediation und Restorative Justice«. Die Zuhörer wurden dank umfangreichen Zahlenmaterials über Statistiken und Fakten in diesem Zusammenhang informiert.

Podiumsdiskussion

Den Schlusspunkt bildete die Podiumsdiskussion unter Moderation von Prof. Dr. Althammer und Dr. Ittner. Die Teilnehmer Anita von Hertel, Prof. Dr. Roth und Dr. Hochmuth diskutierten zu den Themen »Freiwilligkeit« versus »Zwang« in der Mediation, aufgrund des Mediationsgesetzes und im Lichte des sonstigen Rechts.

Das Thema Freiwilligkeit hat in der Mediation die unterschiedlichsten Anknüpfungspunkte – für seine Entwicklung wie für seine Teilnehmer gilt:

»Was Du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es Dir für immer.« (Konfuzius)

Ausblick

Anfang nächsten Jahres wird der Tagungsband zum Regensburger Kolloquium in der vom Wolfgang Metzner Verlag unter der Herausgeberschaft Althammer/Eisele/Ittner/Löhnig gegründeten Reihe Mediation und außergerichtliche Streitbeilegung erscheinen – als Printwerk sowie als Onlinevariante auf www.mediationaktuell.de.

Aufgrund der durchweg positiven Resonanz planen die Herausgeber und der Wolfgang Metzner Verlag schon jetzt, auch im kommenden Jahr ein Kolloquium rund um die Mediation und außergerichtliche Konflliktlösung zu veranstalten. Die Kolloquien verfolgen die gleichen Ziele wie die Schriftenreihe:

  1. Wissenschaftlern eine Plattform für die Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse geben
  2. Notwendigkeit der wissenschaftlichen Betätigung im Umfeld von Mediation hervorheben
  3. Studenten ermutigen, sich auf dem Gebiet der Mediation wissenschaftlich zu engagieren