Die Lange Nacht der Gewaltfreien Kommunikation im Radio

Andere Verfahren - GFK
Die Lange Nacht der Gewaltfreien Kommunikation im Radio

Das Vermächtnis von Marshall B. Rosenberg

Marshall B. Rosenberg (1934- 2015)

Marshall B. Rosenberg (1934- 2015) amerikanischer Friedensaktivist und Erfinder der »Gewaltfreien Kommunikation« setzte methodisch dort an, wo andere Visionäre wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King aufhörten: bei einer friedfertigen Rhetorik. Unermüdlich reiste der 2015 verstorbene Arzt und Psychologe durch die Welt, um seinen internationalen Zuhörern in Seminaren und Trainingsprogrammen die »Sprache des Friedens« zu vermitteln.

Seinen Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation entwickelte er in den 1970er Jahren. Mit diesem Modell können Menschen lernen, einander zu zuhören und sich ehrlich mitzuteilen.

Es hilft, Konflikte zu lösen, ohne dass es Gewinner und Verlierer gibt – egal ob es um Streit in der Familie, der Schule, am Arbeitsplatz geht oder sogar um kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Gruppen und Völkern.

»Hass und Gewalt sind absolut kontraproduktiv,« sagt der zuletzt in der Schweiz lebende Friedensforscher, »die Menschen müssen zuerst die gegenseitigen Bedürfnisse erkennen und danach handeln.«

Geboren als  Kind armer jüdischer Eltern in Detroit wurde Rosenberg von den schwersten Rassenunruhen der Vierziger Jahre erschüttert. Und er durchlitt antisemitische Diskriminierung in Schule und Universität, worauf hin er sich die wichtigsten Fragen stellte:

  • Was motiviert Menschen zu Gewalt?
  • Wie schaffen es manche, auch in Krisen mitfühlend, hilfsbereit und authentisch zu bleiben?
  • Und wie kann man Frieden methodisch umsetzen?

 

Nach dem Zweitstudium der vergleichenden Religionswissenschaft kam Dr. Rosenberg zu der Überzeugung, dass Gewaltverhalten nicht angeboren, sondern antrainiert ist.

Über 35 Jahre lang hatte er seine Friedens-Methodik an Schüler, Eltern, Lehrer, Ausbilder, Manager, Ärzte, Militärs, Gefangene, Wachpersonal, Polizisten, Geistliche und Politiker in 40 Ländern weitergegeben. Sein »Center of Non Violent Communication« (CNVC) in den USA unterstützt über ein weltweites Netzwerk Friedensaktivisten in Brennpunkten wie Israel, Palästina, Irland, Russland, Ruanda, Burundi, Nigeria, Serbien, Kroatien und Sri Lanka.

In den 80-er Jahren kam dieser Ansatz auch in den deutschsprachigen Raum und verbreitet sich seitdem mit einer erstaunlichen Reichweite: Heute gilt die GFK als einer der meistgenutzten Trainingsansätze. Mindestens eine Million Menschen in Deutschland sind mit dieser empathischen Kommunikationsform vertraut.

Informationen zur Sendung und einem umfangreichen Manuskript mit vielen Hinweisen und Adressen finden Sie hier.

 

 J. G. Heim