Lufthansapiloten landen bei der Mediation

Aus der Praxis
Lufthansapiloten landen bei der Mediation
Flughafen ©Jürgen Heim

Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) um Übergangsregelungen und höhere Gehälter wird ein externer Mediator Hilfestellung leisten. Weitere Streiks sind vorerst nicht geplant.

Derzeit gehen die Piloten der Airline frühestens mit 55 Jahren in den Vorruhestand. Ihre Bezüge werden bis zum Beginn der staatlichen Rente (65 Jahre) aus einer Übergangsversorgung gezahlt. Der Europäische Gerichtshof hatte diese Praxis der Frühverrentung im Jahr 2011 für unzulässig erklärt. Angesichts der hohen Kosten und der gestiegenen Altersgrenzen für Verkehrspiloten will die Lufthansa das Rentenalter deutlich anheben. Streit gab es auch um die von den Lufthansa Piloten geforderten Gehaltserhöhungen.

Laut Lufthansa entsprechen die Gehälter in etwa denen anderer europäischer Fluglinien wie Air France oder British Airways. Deutlich weniger verdienen die Flugzeugführer in den USA, bei Low-Cost-Carriern oder zwischengeschalteten Dienstleistern. Nach Auskunft der Pilotenvereinigung Cockpit haben Piloten wie alle Arbeitnehmer Anspruch auf Ausgleich von Reallohnverlusten. In den letzten zehn Jahren lagen die Gehaltserhöhungen der Lufthansapiloten unter dem Durchschnitt der Tarifsteigerungen in Deutschland.

Nun hat ein externer Mediator seine Arbeit aufgenommen. Er soll helfen, den Konflikt konstruktiv zu lösen und weitere Streiks zu vermeiden. Ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) unterstrich: »Wir sind mental nicht auf Streik eingestellt, sondern auf Lösungen«. Auch die Lufthansaführung zeigte sich erfreut über den Beginn dieser konstruktiven Lösungsarbeiten.

 

 J. G. Heim