Note Mangelhaft für Stiftung Warentest?

Institute und Hochschulen
Note Mangelhaft für Stiftung Warentest?
Note Mangelhaft für Stiftung Warentest?

Für erhebliche Unruhe sorgte eine Marktübersicht der Stiftung Warentest im März 2013. Das Verbraucherinstitut hatte mehr als 145 Anbieter für Mediationsausbildungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur 45 Ausbildungsinstitute erreichten die begehrte Benotung »Empfehlenswert«.

Bei näherer Betrachtung der dokumentierten Anforderungsprofile und Prüfkriterien wurden jedoch Verfahrens- und Bewertungsmängel erkennbar:

Eine Steilvorlage für die Mediationsverbände, um auf diese offenkundigen Fehler umgehend hinzuweisen und auf eine rasche Berichtigung zu drängen? Denn wie können sich Interessenten über Qualität und Rahmenbedingungen ihrer gesuchten Mediationsausbildungen informieren, wenn die veröffentlichten Bewertungen auf teilweise unzureichenden Fakten und Inhalten beruhen? So wurden beispielsweise die 1.800 Stunden »Heimarbeitszeiten« im Rahmen einer Hochschulausbildung mit reinen Präsenz-Zeiten anderer Ausbildungsinstitute verglichen.

Auf Foren und Fachportalen setzte kurz nach Veröffentlichung eine lebhafte und kontroverse Diskussion ein. Auch »Mediation aktuell« berichtete am 28. März über die offensichtlichen Schwachstellen dieses Marktüberblicks.

Immerhin: Der Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V. (BMWA), die Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e.V. (BAFM) und der Bundesverband MEDIATION e.V. (BM) machten sich im Sommer auf den »Walk to Talk«-Weg und suchten den Dialog mit der Stiftung Warentest. Acht Monate nach der Veröffentlichung gaben die Verbände das Ergebnis der gemeinsamen Sitzung bekannt: In einer gemeinsamen Erklärung von 20.11.2013 wurde auf die Kritikpunkte hingewiesen und um eine Korrektur gebeten. Die Stiftung Warentest zeigte sich dialogbereit und sicherte die Überprüfung und ggfls. eine Korrektur zu.

»Mediation aktuell« wird über die weitere Entwicklung berichten.

 

 J. G. Heim