Runder Tisch für Mediation und Konfliktmanagement – eine Neugründung öffentlicher Organisationen

Wirtschaftsmediation
Runder Tisch für Mediation und Konfliktmanagement – eine Neugründung öffentlicher Organisationen

Mediation aktuell im Gespräch mit einem Mitglied der Initiatoren

M.A. Dipl.-Ing. Helmuth Gramm

 

Der »Round Table Mediation und Konfliktmanagement der deutschen Wirtschaft« (RTMKM) engagiert sich seit vielen Jahren, Konfliktmanagement in der Unternehmensführung privatwirtschaftlicher Unternehmen zu etablieren.

Auch die Behörden und andere öffentliche Organisationen sehen zunehmend ihren Bedarf an einem professionellen Umgang mit Konflikten. In Anlehnung an die erfolgreiche Pionierarbeit des RTMKM soll nun Konfliktmanagement auch im öffentlichen Sektor systematisch vorangebracht und weiterentwickelt werden.

 

 

 

Namhafte Initiatoren wie das Niedersächsische Justizministerium, die Landeshauptstadt München, die Europa-Universität Viadrina, die Polizei Baden-Württemberg, die Kolpingstadt Kerpen, der Postillion e.V., die Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf, Tübingen, Würzburg und Mannheim und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) gründeten den »Runden Tisch Mediation und Konfliktmanagement in öffentlichen Organisationen« (RTMKÖ).

Im Gespräch mit Mediation aktuell erläuterte der Koordinator des Konflikt-, Bedrohungs- und Gesundheitsmanagements an der HAW Hamburg M.A. Dipl.-Ing. Helmuth Gramm die Ziele, Aktivitäten und Strukturen dieser Neugründung.

Die Mitglieder wollen sich vernetzen, Erfahrungen austauschen und gegenseitig bei der Einführung und Weiterentwicklung von Konfliktmanagement unterstützen. Ziel ist es, potentielle oder ungelöste Konflikte innerhalb von öffentlichen Einrichtungen professionell und systematisiert zu managen und zu lösen.

»Wir können noch viel voneinander lernen, allein schon weil es viele Wege gibt, ein effizientes Konfliktmanagement zu etablieren«, so Helmuth Gramm. »Ein professionelles Konfliktmanagement stellt ein Instrument werteorientierter Führung dar und verbessert die Organisationskultur. Die Etablierung entsprechender Maßnahmen und Strukturen hilft die Arbeitsatmosphäre zu verbessern, die Motivation der Beschäftigten zu steigern, Fehler und Krankheitstage zu vermeiden und die Produktivität zu optimieren.«

Die Initiatoren bewerten die wissenschaftliche Begleitung ihrer Aktivitäten als wichtigen Bestandteil ihrer künftigen Arbeit. Hierbei geht es beispielsweise um die fundierte Untersuchung folgender Fragestellungen:

  • Welche Verfahrensinstrumente sind in öffentlichen Organisationen und Behörden einsetzbar?
  • Werden die Konfliktmanagementsysteme zentral oder dezentral implementiert?
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen Konfliktmanagementsystemen in öffentlichen Organsationen und in privatwirtschaftlichen Unternehmen?
  • Wie können Qualitätssicherung und Evaluierung etabliert werden?
  • Welche normativen Aspekte sind zu berücksichtigen?

 

Die Organisationsstruktur des RTMKÖ befindet sich zur Zeit noch im Aufbau. Drei Treffen aller Mitglieder sind pro Jahr geplant. Zusätzlich zu diesen Tagungen werden einzelne Schwerpunkte in Arbeitskreisen vertieft behandelt. Bereits aktiv bearbeitet werden die Themen »Synergien von Konflikt- und Gesundheitsmanagement« sowie »Analyse von Konfliktmanagement in öffentlichen Organisationen«. Die Aufnahme neuer Mitglieder ist nach Auskunft von Helmuth Gramm gewünscht; sie erfolgt nach einem bereits aufgestellten Kriterienkatalog.

Mediation aktuell bleibt in Kontakt mit dem »Runden Tisch« und wird über die weitere Entwicklung berichten.

 

 J. G. Heim