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Grenzüberschreitender Austausch bei Schlichter-Treffen in Luxemburg

Die Schlichter

Die »Auffang«-Verbraucherschlichtungsstellen Luxemburgs, Österreichs und Deutschlands trafen sich am 23. und 24. Juli zum vierten Mal und tauschten die gewonnenen Erkenntnisse ihrer praktischen Arbeit aus. Erstmals waren auch die belgischen Kollegen vertreten. Alle Stellen sind immer dann zuständig, wenn es keine spezielleren Verbraucherschlichtungsstellen gibt. Zusammen sorgen sie für ein flächendeckendes Netz. Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher der EU hat damit die Möglichkeit, einen Schlichtungsantrag zu stellen, falls ein Problem mit einem Unternehmen im jeweiligen Mitgliedstaat entstanden ist, das die Parteien selbst nicht lösen können.

Ein niedrigschwelliges Schlichtungsangebot zeigt gerade bei Streitigkeiten über Ländergrenzen hinweg seinen unmittelbaren Nutzen. Sei es der Abschluss eines Mietvertrags über ein Auto am Flughafen im EU-Ausland oder der Wocheneinkauf im Nachbarland – nach jedem Vertragsabschluss kann es zu Streitigkeiten kommen. Auch wenn das Recht des eigenen Staates noch annähernd bekannt ist, das Recht des Vertragspartners in dem anderen Mitgliedstaat der EU ist es wahrscheinlich schon nicht mehr. Der Gang vor ein möglicherweise ausländisches Gericht kann weit, beschwerlich und von ungewissem Ausgang erscheinen – dagegen ist Schlichtung eine unkomplizierte Möglichkeit, das Problem objektiv von neutralen und qualifizierten Juristinnen und Juristen prüfen und lösen zu lassen.

Bei den Diskussionen in Luxemburg ging es von der stetigen Verbesserung der Verfahren über aktuelle Rechtsentwicklungen bis hin zu Auslegungsfragen des europäischen Gesetzesrahmens. Durch die ständige Zusammenarbeit der einzelnen Verbraucherschlichtungsstellen entstehen über diese Treffen hinaus wertvolle Synergien.

»Das Wissen der Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern hilft sehr dabei, das eigene Verfahren einem Blick von außen zu unterziehen und permanent zu verbessern«, resümierte Felix Braun, Vorstand des Zentrums für Schlichtung. Dabei habe er wertvolle Anregungen mitgenommen, wie man das Verfahren noch mehr in den Fokus der Unternehmen rücken könne. Verbraucherschlichtungsstellen sind neutral und damit sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucherinnen und Verbraucher eine Chance bei verfahrenen Situationen. Dies gilt sowohl für grenzüberschreitende Verfahren wie auch für solche, in denen die Parteien aus einem Staat kommen.

(Quelle: Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle am Zentrum für Schlichtung e.V.)

www.verbraucher-schlichter.de

 

 

 Die Schlichter beim Treffen

 

Die Teilnehmer des Treffens - Die Schlichter aus Belgien, Luxemburg, Österreich und Deutschland (v.r.n.l.):

Pieter-Jan De Koning (Geschäftsführer des Service de Médiation pour le Consommateur, Belgien), Felix Braun (Vorstand des Zentrums für Schlichtung e.V. (ZfS), Deutschland), Stefan Weiser (Streitmittler der Allgemeinen Verbraucherschlichtungsstelle am ZfS e.V., Deutschland), Katharina Hörl (Schlichterin in der Schlichtung für Verbrauchergeschäfte, Österreich), Andrea Klinder (Streitmittlerin der Allgemeinen Verbraucherschlichtungsstelle am ZfS e.V., Deutschland) und Claude Fellens (Mediator für Verbrauchergeschäfte am Service national du Médiateur de la consommation, Luxemburg).

 

© Foto: Service national du Médiateur de la consommation (LUX)

 

 

 

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