Was trägt das mediative Handeln?

Aus der Praxis für die Praxis: die Grundsätze
Was trägt das mediative Handeln?

Eine dialektische Betrachtung der »Big Five« der Mediation

Dr. Birgit Keydel

Dr. Birgit Keydel

Wie kann etwas Wurzel sein, Halt und Sicherheit geben und zugleich das Fliegen ermöglichen?

Ein scheinbarer Widerspruch und zugleich eine gute Beschreibung dessen, was insbesondere in unserer Zeit gute Wurzeln ausmachen. Solche eben, die Basis sind, wachsen lassen und zugleich loslassen und das Fliegen ermöglichen – ohne dass dabei die Verbindung abreißt oder sie ihre Bedeutung verlieren.

Sie sind Wurzeln, die nähren und zugleich Sicherheit beim Fliegen geben. Sie sind Flügel, die Beweglichkeit ermöglichen, uns hoch hinaustragen und ihre Freiheit in einer Sicherheit begründen.

Das Leitthema der Dezemberausgabe Spektrum der Mediation (SdM 78) »Wurzel oder Flügel – was uns trägt« klingt nach einer Entscheidung, die man treffen soll, nach einem Entweder/Oder. Brauchen wir eine feste, klare und gut verankerte Basis oder brauchen wir Freiheit, Flexibilität, Leichtigkeit?

Eine solche Entscheidung möchte ich nicht treffen. Ich halte sie auch nicht für sinnvoll. Denn ich bin davon überzeugt, dass nur in der Verbindung des Gegensätzlichen die Basis unseres Handelns verstanden werden kann. Wenn ich also darüber nachdenke, was uns trägt, was die Wurzeln bzw. Flügel unseres Handelns als MediatorInnen sind, dann werde ich diese Gedanken auf der Grundlage eines »Und« entwickeln und überlegen, ob und wie beides zugleich möglich ist.

Was trägt das mediative Handeln?

Was trägt uns in der Mediation?

Was ist die Basis, auf der wir uns in der Welt der Konflikte bewegen?

Was gibt uns Halt und Sicherheit, um in energetisch aufgeladenen Konfliktszenarien zu bestehen und diese konstruktiv zu begleiten?

Was lässt uns dabei neugierig und offenbleiben?

Und was ermöglicht es uns, sich in den unterschiedlichsten Situationen und Kulturen flexibel zu bewegen sowie auf Unerwartetes und Ungeplantes immer wieder anders und trotzdem sicher zu reagieren?

Ein erster Impuls führt uns zu den bekannten Antworten: »Das sind unsere Methoden.« oder »Das ist unser Phasenmodell, mit dem wir ein Konfliktgespräch strukturieren.« In einem zweiten Nachdenken wird aber deutlich, dass noch etwas fehlt. Denn die Methoden der Mediation und ihr Spektrum sind zu vielfaltig und zu groß: Sie können und müssen in Abhängigkeit von Fall, Thema und Personen (MediandInnen wie MediatorInnen) sehr variabel genutzt werden. Als konstante und klar umrissene Basis eignen sie sich daher nicht.

Dasselbe gilt für die Prozessstruktur, also für das Phasenmodell: Es dient mehr der Orientierung und wird immer wieder angepasst, verändert und manchmal sogar auf den Kopf gestellt. Bis auf die Tatsache, dass beides, Methoden wie Struktur, sehr flexibel genutzt werden, gibt es hier nur wenig wirklich Konstantes.

Ganz anders sieht es mit den Werten in unserem Mediationskonzept aus. Sie haben eine relativ zentrale Stellung und …..

Was sind die fünf Grundsätze, die »Big Five«, die den zentralen, konstanten Kern jeder Mediationstätigkeit ausmachen?

Was bildet die Basis der Mediation, auf der unser Beratungskonzept aufbaut?

Und welche entscheiden Rolle spielen Diskurs und Dialektik über die Gegensätze dabei?

Lesen Sie weiter in der Dezemberausgabe von Spektrum der Mediation (SdM78).

 

Weitere Informationen bekommen Sie hier.

 

 

 

Literaturempfehlung 
Friedman, Himmelstein: Konflikte fordern uns heraus
Friedman, Himmelstein

Mediation als Brücke zur Verständigung
mit je einem Vorwort von Lis Ripke und Gisela und Hans-Georg Mähler

Details
38,80 €incl. MwSt.
Broschiert, 346 Seiten, im September 2013 erschienen