ZEIT-Interview mit Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn

Im Fokus
ZEIT-Interview mit Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn

Fragen an unseren (Mit-)Herausgeber des Handbuchs »Bürgerbeteiligung

 Prof. Dr. Dr. h. c. Ortwin Renn

»Wo Gefahren allgegenwärtig sind, haben Menschen oft wenig Furcht. Wer normalerweise in Sicherheit lebt, gerät dagegen schneller in Panik. Bedrohungen rational einzuschätzen, liege zudem nicht unbedingt in der Natur des Menschen,« sagt Ortwin Renn.

Und weiter: »Generell kann man sagen: Je vertrauter uns eine Gefahr wird, desto mehr lässt die anfängliche Angst nach. Bereits in den Achtzigerjahren haben Studien gezeigt, dass wir uns am meisten vor Bedrohungen fürchten, die unbekannt sind, sich rasant ausbreiten, katastrophale Ausmaße annehmen können und potenziell für jeden tödlich sind.«

Im Laufe der Pandemie sind viele Forschungsergebnisse vorläufig vermeldet und öffentlich debattiert worden. Interpretationen mussten jedoch teils wieder verworfen und Risikobewertungen laufend angepasst werden. Dieser in der Wissenschaft völlig normale Prozess der Erkenntnisgewinnung verwirrte zunehmend die Menschen, die nicht wissenschaftlich arbeiten.

Werden Menschen, die sich an die Angst vor einer Ansteckung langsam gewöhnen, unvorsichtig? Ist die menschliche Risikowahrnehmung rational, also von der Vernunft gesteuert oder doch maßgeblich gesteuert von uralten Überlebensreflexen?

Der Risikoforscher Prof. Dr. Dr. h. c. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), Berater der EU-Kommission und der Bundesregierung, Mitherausgaber des Handbuchs zur Bürgerbeteiligung, antwortet auf Fragen des Wochenmagazins ZEIT über unsere Haltung zu Corona und wie sie sich mit der Zeit verändert.

Ein ZEIT-Interview von Dagny Lüdemann


Das ausführliche Interview lesen Sie hier.

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-08/ortwin-renn-coronavirus-risikoforschung-angst-ansteckung-leichtsinn/komplettansicht

 

Interviewpartner:

Prof. Dr. Dr. h. c. Ortwin Renn

Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), Inhaber des Lehrstuhls »Technik- und Umweltsoziologie« an der Universität Stuttgart, Leitung des Forschungsinstituts DIALOGIK. Wissenschaftler und Hochschullehrer in Deutschland, den USA und der Schweiz. Berater der EU-Kommission und der Bundesregierung.

Aktuelle Publikation: Gefühlte Wahrheiten: Orientierung in Zeiten postfaktischer Verunsicherung. Leverkusen (2019)

 

 

Literaturempfehlung 
Benighaus, Wachinger, Renn: Bürgerbeteiligung
Benighaus, Wachinger, Renn

Konzepte und Lösungswege für die Praxis

Details
49,95 €incl. MwSt.
Gebunden, 352 Seiten, im Juni 2016 erschienen